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Heid gibt´s a Fleisch


So alltäglich dieser Satz heute klingt, so schwierig war es früher Fleisch zu lagern/konservieren. Eine Kühltruhe gab es nicht - daher blieben lediglich zwei Möglichkeiten, um auch weit nach dem Schlachten noch Fleisch auf den Speiseplan setzen zu können.

Die erste Möglichkeit war das einsurn: kurz vor dem Winter wurde geschlachtet und das Fleisch mit Gewürzen in den Surkübel (Tonbehälter) eingelegt. Ein Teil davon wurde nach kurzer Zeit in der hauseigenen Selche geräuchert. Das verbleibende Fleisch im Surkübel wurde nach und nach gebraten. Je länger es im Kübel drinnen war, umso saurerer wurde es. So ist es keinem zu verdenken, dass die Lust auf Fleisch (besonders auf´d Letzt) immer weniger wurde und man froh war, wenn der Surkübel endlich leer war.


Die zweite Möglichkeit war die des "umtauschen". Dies geschah bei den zwei Fleischereien in Dietersburg: beim Spieglbauer und Frischhut Franz. Wenn geschlachtet wurde, wurde die Sau nach Dietersburg gebracht und gleichzeitig in einem Buch erfasst, wie viel das Tier gewogen hatte. Nach diesem Gewicht konnte man dann das ganze Jahr über Fleisch abholen. Es gab viele Höfe, die bei diesem "System" mitmachten und so hatte man fast das ganze Jahr über frisches Fleisch. Über kurz oder lang fiel das System dann wohl der Einführung von Kühl-/Gefriergeräten zum Opfer.

Ähnlich wurde es beim Weizen praktiziert: der Weizen wurde zum Bäcker gebracht und man holte sich entsprechend des abgegebenen Gewichts nach und nach sein Brot ab. Später brachte man statt des Weizens das Mehl, welches ebenfalls verwogen und angerechnet wurde.

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